Mit den Planungen habe ich schon 1969 begonnen. Zum Ende des Studiums hatte ich mir 2 Quarzfilter von KVG für einen neuen Empfänger gekauft, ein XF9-B mit 2,4 kHz Bandbreite für SSB und ein XF9-M mit 500 Hz Bandbreite für CW. Es sollte ein Einfachsuper mit einer ZF bei 9 MHz werden. Der Empfänger sollte modular in einzelnen kleinen Teko-Gehäusen, so wie es sie heute noch gibt, aufgebaut werden. Der ZF-Verstärker mit Demodulator wurde auf der Basis von Plessey-IC's der SL-600er Reihe realisiert. Im Eingang gab es dazu für jedes Band einen Konverter-Baustein. Das notwendige Mischersignal wurde in einem VCO erzeugt, der in einem PLL-System an einen VFO 6,450 bis 6,950 MHz angebunden wurde. In der Frequenz-/Phasenregelung der Schleife wurde der MOTOROLA 'phase-frequency detector' MC4044P eingesetzt. Dies war die erste richtige Herausforderung. Bevor alles nach meinen Vorstellung funktionierte, waren so einige Probeaufbauten mit Platinen notwendig. Da die Platinenvorlagen nach jeder Schaltungsänderungen ohne Programm-Unterstützung neu gezeichnet werden mussten, ging damit viel Zeit drauf. Da ich zu Beginn der 70er Jahre keine Möglichkeit für eine Kurzwellenantenne hatte, hatte ich diese aber auch.
Nachdem zunächst der reine Empfänger mit der Grundfrequenzaufbereitung fertig war, kam als Ergänzung die Sendesignalaufbereitung für die damaligen klassischen 5 Amateurfunkbänder hinzu. Als Ausgangsignal standen für CW und SSB etwa 1 V für alle Frequenzen zur Verfügung. Während alles soweit mit Halbleitern aufgebaut war, kam nun die Endstufe in Rährentechnik hinzu. Wie seinerzeit in vielen Transceivern der 100 Watt Klasse habe ich auch ein Paar von 6146B eingesetzt. Der im DX-Betrieb immer häufigere Splitbetrieb hat mich veranlasst, einen 2. VFO aufzubauen. Im gleichen Gehäuse ergab sich dann Platz für abstimmbare NF-Filter (Tiefpass, Hochpass, Notch).
Nach fast 20 Jahren Betrieb zeigte der Skalenfeintrieb (Friktionsantrieb) Verschleisserscheinungen. Immer häufiger hatte ich Probleme aufgrund von Schlupf bei der sauberen Frequenzeinstellung. Ebenso wurden Ersatzröhren für die Endstufe immer teurer. Nachdem dann ein Satz der Endstufen Röhren aufgebraucht war, reifte der Entschluss, erstmals ein moderener Kurzwellen-Transceiver zu kaufen. Die Endscheidung viel für den FT-890 von YAESU.
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